Meditation

Meditation in seiner Reinform ist ausgesprochen simpel. Es ist bewusstes Nichtstun. Da Nichtstun zwar simpel, aber nicht einfach ist, haben die unterschiedlichen Traditionen dieser Welt verschiedene Techniken entwickelt, um dieses Nichtstun zu unterstützen. Es entstanden so unterschiedliche Formen formaler Meditationspraxis. Nichtstun ist nicht der Gegenpol von Praxis, sondern deren innerer Kern.

Es gibt nicht so etwas wie die beste Meditationsform. Es gibt nur Meditationsformen, die für deinen aktuellen Lebensabschnitt eher passen als andere. Welche das für dich gerade sind, findest du am einfachsten durch Ausprobieren heraus. Deine innere Resonanz wird dir den Weg leiten.

Anfänglich sind für viele Menschen auf Achtsamkeit basierende Meditationen am zugänglichsten. Dabei richtest du deinen Fokus auf ein Objekt in der Welt. Dies unterstützt deinen Geist dabei, nicht in Vergangenheit und Zukunft abzudriften, sondern im Hier und Jetzt präsent zu bleiben. Achtsamkeitsbasierte Meditationen haben oft eine stabilisierende und entspannende Wirkung.

Falls dein Geist noch sehr unruhig ist, ist es oft hilfreich, diesen vor der eigentlichen Meditationspraxis mithilfe einer Atemübung etwas zu beruhigen. Dies macht die anschliessende Meditation zwar nicht besser, aber doch oft etwas angenehmer.

Zu Beginn kann es auch einfacher sein, geführte Meditationen zu verwenden. Die Stimme einer Audioaufnahme oder eines Menschen in einer Meditationsgruppe erinnert dich daran, dass du eigentlich gerade meditieren und nicht den nächsten Einkaufszettel planen wolltest.

Aber keine Sorge, es ist nicht weiter schlimm, wenn du dich dabei ertappst, dass du gedanklich den nächsten Einkaufszettel schreibst oder deine nächste Mahlzeit planst. Meditation ist nämlich entgegen verbreiteter Fehlannahme nicht das Kontrollieren deiner Gedanken.
Kontrollieren ist Tun, aber Meditieren ist Nichtstun. Die Gedanken werden von alleine weniger werden, wenn du aufhörst, an ihnen herumzuziehen. Kontrolle ist dabei nicht notwendig. Es reicht meistens, das Abschweifen ganz sanft zu erkennen. Dies führt oft zu einer ganz natürlichen Bewegung zurück zur gegenwärtigen Praxis.

Wenn du schon etwas Erfahrung mit Meditation hast und du aktuell eher nach Öffnung als Zentrierung strebst, bieten sich Übungen an, welche den Fokus auf das Bewusstsein selbst legen. Diese Übungen können den Effekt haben, dass der Geist auf direktem Weg zu seinem Ursprung und deiner wahren Natur zurückgeführt wird. Die scheinbare Trennung zwischen dem Wahrnehmenden und dem Wahrgenommenen fällt weg. Die Erfahrung tiefster Vollkommenheit und Nondualität bleibt.

Es ist auch möglich, frei von formaler Praxis in deinem offenen Sein zu verweilen. Offenes Sein ist dein natürlicher Zustand. Es ist immer da, wenn du aufhörst, an der Realität herumzuziehen. Eine tiefe Akzeptanz von allem, was jetzt gerade ist.
Warum also nicht weniger Tun und mehr Sein? Sein, die Reinform von Meditation.


Symbolbild Balance

Foto von Colton Sturgeon

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